Oase Siwa
Leseprobe: Oase Siwa
Ich mag diesen bizarren Fleck. Ein wogendes Braungrün im Fadenkreuz von Achsen: Delphi und Kharthum, Tripolis und Mekka. Die Straße von Marsa Matroh nach Bahariya schlägt hier einen rechtwinkligen Haken. Es sind alte Karawanenwege, halbherzig asphaltiert. Es gibt Straßensperren. Man wäre Heckenschützen schutzlos ausgeliefert, Hubschrauber haben freies Schussfeld.
Die Lodge liegt abseits am Fuße des gewaltigen Tafelberges Andrere Amellal wie ein Vorposten zur Fort Knox. Von der Monatsmiete könnte ich mir einen Kleinwagen kaufen. Der Butler ist quasi vor der Tür. Vorne plätschert Salzwasser, hinten begrenzt uns ein dreihundert Meter hoher Felsen, rechts und links Sand und Geröll. Ich bin in einem Luxusgefängnis. Es ist schwierig, unbemerkt zu gehen. Doch sehe ich die Wege. Über das Wasser. Verkleidet. Aus weiß wird schwarz.
An der Rezeption gibt es zur Begrüßung alkfreien Schampus. Meine Suite mit ocker-rau verputzter Decke hat drei Räume. Das Wohnzimmer schimmert grün, türkise und blau, Bausteine aus reinem Salz. Berberteppiche mit ornamentaler Verschnörkelung. Nischen. Um Tische liegen bunte Kissen, zu Sitzecken geformt. Schränke, Regale fehlen. Vasen und Lampen sind beste Handwerkskunst. Ich könnte mich daran gewöhnen. Wo sind die Wanzen installiert? (Kapitel 19)
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